Hebammenhilfevertrag Verbesserung? Wohl kaum!
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Die Schlagzeilen überschlagen sich: „Mehr Geld für Hebammen“, nach Verbesserung im Hebammenhilfevertrag titelt die Tagesschau. Klingt nach einem Sieg, oder? Doch wir bei MORE MIDWIVES finden: Das grenzt an Täuschung. Wenn man zum 1. April 2026 auf die Details schaut, wird schnell klar, dass hier mit großen Worten ein Erfolg verkauft werden soll, der bei uns an der Basis kaum ankommt.
Dass PR-mäßig und politisch ein „Erfolg“ benötigt wird, ist aus Sicht der Ministerien verständlich – uns Hebammen hilft das aber nicht weiter. Besonders für die massiv betroffenen Beleghebammen sind diese Nachbesserungen minimal. Es fühlt sich eher wie ein Trostpflaster an, das uns über den Mund geklebt wurde, in der Hoffnung, dass wir nun die Füße stillhalten.
Die Realität hinter der PR
Was hier als „Hebammenhilfevertrag Verbesserung“ gelabelt wird, gleicht bei genauerem Hinsehen eher einer pragmatischen Schadensbegrenzung. Sie geht komplett an den Hauptkritikpunkten der freiberuflichen Hebammen vorbei. In vielen Bereichen lohnt sich die Arbeit schlichtweg nicht mehr:
- Realitätsferne Kurs-Regelungen. Rückbildungskurse gehen massiv zurück.
- 5-Minuten-Taktungen für Hausbesuche. Keine Vergütung mehr für kurze Hausbesuche?
- Fehlende angemessene Vergütung für Beratung per Messenger und Co + Dokumentationswahnsinn.
- Die Unfähigkeit, die finanziellen Einbußen von ca. 30 %, die viele Beleghebammen verkraften müssen, auch nur ansatzweise auszugleichen.
Viele Tätigkeiten bleiben auch nach den "Verbesserungen im Hebammenhilfevertrag" unvergütet!
In der Community ist die Stimmung eindeutig:
„Wurde da vielleicht nicht zugehört?“ – Die Probleme im Großen und Ganzen bleiben bestehen. Es wurden lediglich Kleinigkeiten geändert, während die strukturellen Hürden unangetastet bleiben.
„Ausgeschmiert und verhöhnt“ – So fühlen sich viele Kolleginnen. Es wirkt, als wolle man uns nun vorwerfen, wir gäben uns „mit nichts zufrieden“, obwohl die „Nachbesserungen“ schlicht nicht ausreichen.
„Definitiv zu spät“ – Weitere Veränderungen soll es erst nach Ablauf der Vertragslaufzeit am 31.12.2027 geben. Wer soll bis dahin unter diesen Bedingungen durchhalten?
Kein Verdienst der Institutionen
Dass überhaupt nachgebessert wird, ist kein Zufall und auch kein gönnerhaftes Geschenk von oben. Es ist das Ergebnis von Hebammen und Supporter:innen, die sich nicht damit abgefunden haben, dass das Ergebnis „nicht mehr veränderbar“ sei.
Sie sind auf die Straße gegangen, haben Petitionen verfasst und unterschrieben. Sie haben Briefe an den Bundeskanzler geschrieben, waren vor Ort präsent und haben auf Social Media unermüdlich für Sichtbarkeit gesorgt. Diese minimalen Korrekturen sind nicht das Verdienst derer, die uns zum Stillhalten ermahnt haben. Sie sind der Erfolg derer, die laut geblieben sind und gezeigt haben, dass Veränderung erzwungen werden kann.
Was bleibt?
Die zentrale Frage bleibt: Warum müssen Regelungen überhaupt nachträglich „repariert“ werden? Wir brauchen keine kosmetischen Korrekturen, sondern eine echte Wertschätzung unserer Arbeit. Wir von MORE MIDWIVES kämpfen weiter für Sichtbarkeit und echte Rechte – für uns und für eine Gute Geburtshilfe.
Veränderung entsteht nicht durch Abwarten. Sie entsteht, wenn wir nicht aufhören, sie einzufordern.

