Unterschied Beleghebamme und (angestellte) Hebamme
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Unterschied Beleghebamme und (angestellte) Hebamme: Kontinuität und individuelle Begleitung in Gefahr
Eine Beleghebamme ist eine freiberufliche Hebamme, die einen Kooperationsvertrag mit einer Klinik hat. Sie betreut Schwangere exklusiv vor, während und oft auch nach der Geburt. Im Gegensatz zur angestellten Klinikhebamme, die im Schichtsystem arbeitet, ermöglicht die Beleghebamme eine 1:1-Betreuung. Dies schafft eine tiefe Vertrauensbasis, da die Hebamme die Gebärende idealerweise über den gesamten Zeitraum begleitet und die individuelle Geburtsbiografie genau kennt.
Der Unterschied zwischen Beleghebamme und (angestellte) Hebamme im Detail:
- Betreuung: Während bei einer Klinikhebamme durch das Schichtsystem bei längeren Geburten Wechsel im Personal möglich sind, bleibt die Beleghebamme kontinuierlich an der Seite der Frau.
- Arbeitsverhältnis: Die Beleghebamme arbeitet selbstständig und freiberuflich, nutzt jedoch die Infrastruktur und Sicherheit der Klinikräumlichkeiten.
- Kosten: Die Kosten für die Geburt werden von den Krankenkassen getragen. Für die ständige Erreichbarkeit erheben Beleghebammen jedoch eine private Rufbereitschaftspauschale (meist zwischen der 37. und 42. SSW), die von vielen Kassen mittlerweile zumindest anteilig erstattet wird.
- Verfügbarkeit: Da die Kapazitäten begrenzt sind, ist eine sehr frühzeitige Buchung in der Schwangerschaft notwendig.
Die aktuelle Problematik: Der Schiedsspruch, der neue Hebammenhilfevertrag und die strukturelle Schlechterstellung
Trotz der nachgewiesenen Vorteile für die Gesundheit von Mutter und Kind steht das Belegmodell unter massivem politischem und wirtschaftlichem Druck. Durch aktuelle Schiedssprüche auf Bundesebene wurden die Rahmenbedingungen – insbesondere für Belegsysteme in kleineren Kliniken mit weniger als 600 Geburten pro Jahr – drastisch verschlechtert.
Diese Entwicklung führt zu einer Einschränkung der Wahlfreiheit: Neue bürokratische Hürden und finanzielle Risiken erschweren es freiberuflichen Hebammen, ihre Leistungen flächendeckend anzubieten. Dies ist ausdrücklich kein Plädoyer gegen Klinikhebammen, die unter oft schwierigen Bedingungen im Schichtdienst eine unverzichtbare Säule der Versorgung bilden. Vielmehr ist es eine Kritik an den politischen Strukturen, die die Vielfalt der Betreuungsmodelle gefährden.
Belegebamme Christiane Hammerl, Hebammenzimmer mit MORE MIDWIVES Cap in rot hat die Geburt der Tochter der Gründer von MORE MIDWIVES begleitet: Hier zum Nachlesen
